Die Quarantäne

 

Jeder Neuzugang, egal woher dieses Tier stammt (Freunde, Züchter Reptilienmesse...), gehört in die Quarantäne und sollte in dieser Zeit möglichst steril gehalten werden. Ihr solltet stets Einweghandschuhe tragen, wenn ihr das Tier, oder seine Quarantänebox anfasst und eigens für dieses Tier verwendete Zubehör nehmen. Ihr schützt damit nicht nur den Neuzugang, sondern auch eure eventuell bereits vorhandenen Bestandstiere. Der Neuzugang sollte sich von dem Transportstress erholen dürfen, weswegen ihr das Tier nach Ankunft mindestens 2 Tage komplett in Ruhe lassen solltet, denn auch durch den Transportstress können Krankheiten ausgelöst werden (z.B. durch Parasitenvermehrung). Ein großer Vorteil der Quarantäne ist, dass man das Tier währen dieser Zeit besser beobachten und so Auffälligkeiten feststellen kann.

 

Hierauf sollte geachtet werden:

Häutungsprobleme

Das Tier sollte sich regelmäßig und komplett häuten. Bleiben Hautreste zurück, ist eventuell die Wetbox zu trocken und muss nachgefeuchtet werden. Dies kann aber auch einen Vitaminmangel anzeigen. Häutet sich das Tier sehr oft und in kurzen Abständen, kann das auf eine Vitaminüberversorgung hindeuten. In beiden Fällen konsultiert bitte euren Tierarzt!

 

Fressverhalten

Nach dem Umzugsstress kann es schon mal vorkommen, dass das Tier die ersten Tage nicht frisst. Sollte die Verweigerung jedoch anhalten, hat das Tier je nach Jahreszeit entweder von allein in die Winterruhe eingeleitet, oder es liegen Probleme, wie zum Beispiel ein Parasitenbefall vor. 

Verhalten

Durch den Stress unter dem das Tier beim Umzug leidet, kann es schon mal vorkommen, dass das Tier Störungen zeigt, die ihr eventuell vorher nicht bemerkt habt. Wenn das Tier zum Beispiel unkontrolliert auf die Seite kippt, mit dem Kopf wackelt, sich im Kreis dreht, oder „in die Sterne guckt“ deutet dies oftmals auf „EnigmaSymptome“ hin, aber Vorsicht! In seltenen Fällen können auch Tiere die das EnigmaGen nicht tragen, neurologische Probleme aufweisen. 

 

Näheres erfahrt ihr im Link „Anatomie &Enigma“.

Ein Tier mit neurologischen Problemen, wodurch auch immer hervorgerufen, sollte auf keinen Fall zur Zucht eingesetzt werden!

 

Verdauung

An den ausgeschiedenen Futtertieren kann man auch vor der Kotprobe schon einiges ablesen. Ist der Kot zum Beispiel sehr flüssig, stinkt der Kot sehr stark (leicht fischig), oder erbricht der Gecko sein Futter häufig, kann dies auf einen Befall von Parasiten, oder Bakterien hindeuten. Natürlich muss der Kot auch bei Fehlen dieser Symptome kontrolliert werden. Eine nicht durchgeführte Quarantäne bedeutet im schlimmsten Fall, den Tot aller eurer Schützlinge. Leider sind „Cryptosporidien“ bei Leopardgeckos inzwischen ein ernst zu nehmendes Thema. Sie sind hoch ansteckend und führen bei Ausbruch der Krankheit, oftmals zum Tod des Tieres. Leider sind Cryptosporidien derzeit noch nicht heilbar. Euer Neuzugang kann aber auch andere Infektionen, wie zum Beispiel Oxyuren, Flagellaten, Kokizidien, Salmonellen, Milben, oder Anderes  mit sich bringen, weswegen die Durchführung einer Quarantäne unerlässlich ist.

 

Kotproben

Es empfiehlt sich im Abstand von jeweils 4 Wochen, insgesamt drei Kotuntersuchungen durchzuführen. Die Proben müssen auf Parasiten und per PCR Verfahren auf Cryptosporidien, mit anschließender Sequenzierung bei positivem Ergebnis, getestet werden. Die Proben füllt ihr am besten in dafür vorgesehene Probenröhrchen. Diese erhaltet ihr zum Beispiel günstig in der Apotheke. Entsprechende Institute, bei denen ihr testen könnt, sowie die entsprechenden Formulare findet ihr hier: 

 Als Beispiel wie es ausgefüllt werden sollte:  

 

 

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Untersuchungsauftrag Reptilien
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Anleitung Quarantäne

Für die Quarantäne benötigt ihr eine ausreichend große Box, am besten aus Plastik, da sie sich am besten reinigen lässt. (Zum Beispiel 11 Liter „Samla“ von Ikea) Diese legt ihr mit handelsüblichem Zewa aus, welches ihr leicht wechseln könnt, sobald das Tier gekotet hat.

Des Weiteren benötigt das Tier eine so genannte Wetbox (zum Beispiel eine Plastikdose aus der Küche, in die ihr ein Loch in den Deckel schneidet, so das das Tier rein und raus kann), die ihr mit feuchtem, aber nicht nassem, Kokoshumus befüllt. Zu guter Letzt stellt ihr eine Schale mit stets frischem Wasser und eine Schale mit Calciumpulver hinein, an denen sich das Tier nach Belieben bedienen kann.

Die Dauer der Quarantäne beträgt im Normalfall 3 Monate, kann bei Befall wegen der Behandlung aber auch deutlich länger anhalten. Die Quarantänebox sollte, wenn möglich räumlich von den Bestandstieren getrennt stehen, sodass diese nicht infiziert werden können. Wie bereits erwähnt, sollte das Tier und deren Box ausschließlich mit Einweghandschuhen angefasst werden. Bevor ihr das Quarantänetier  versorgt, solltet ihr immer erst eure gesunden Bestandstiere versorgen, nicht umgedreht. Solltet ihr mehrere Neuzugänge haben, setzt sie in jedem Fall einzeln in die Quarantäne, sodass sie sich nicht gegenseitig stressen, oder gar infizieren können.

Waren alle 3 Testergebnisse negativ, kann das Tier in das Terrarium überführt werden.

 

Die Quarantänezeit richtet sich je nach Gesundheitszustand mindestens aber sollten 3 Monate eingehalten werden!!!!!!

 

 

 

 

 

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